Begleitende Therapie

Mangels Nachweis der Wirksamkeit durch klinische Studien muss von einer Verabreichung von begleitenden Therapien als Alternative zur schulmedizinischen Behandlung abgeraten werden.

Begleitende Therapien wie Entspannungstechniken, Methoden, die den Energiefluss im Körper anregen, sowie die Einnahme von pflanzlichen und homöopathischen Substanzen können die Lebensqualität positiv beeinflussen. Sie können so die Krebstherapie sinnvoll ergänzen und das körperliche und psychische Wohlbefinden stärken.

Jedenfalls sollten diese Methoden aber mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, um eine mögliche negative Beeinflussung der verschiedenen Behandlungen auszuschließen.

Meinung des Arztes
Univ. Prof. Dr. Gabriela Kornek

Ärztliche Direktorin des AKH Wien.
Foto: CCC/Fotografie Sabine Gruber

Wenn Sie über eine komplementärmedizinische Therapie nachdenken, sollten Sie dies unbedingt vorher mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Manchmal kann eine komplementärmedizinische Therapie auch die Wirkung der Chemotherapie oder Immuntherapie negativ beeinflussen oder zu verstärkten Nebenwirkungen führen. Wenn Sie sich für eine komplementärmedizinische Therapie interessieren, wenden Sie sich bitte an die Krebshilfe unter der Telefonnummer 0800-699900. Manche komplementärmedizinischen Maßnahmen wie Nahrungsmittelzusätze können durchaus nützlich sein.

Meinung des Arztes
Univ.-Prof. Dr. Herbert Watzke

Klinische Abteilung für Palliativmedizin

Universitätsklinik für Innere Medizin I, AKH Wien

Meist wird den Patienten Physiotherapie angeboten. Die Patienten sind oft bettlägrig und haben auch schmerzbedingte muskuläre Verspannungen. Um diese zu behandeln, eignen sich zum Beispiel Massagen oder andere physiotherapeutische Maßnahmen.

Vor dem Versuch aufzustehen sollte man unbedingt mit dem Arzt sprechen, ob eine Mobilisierung gefahrlos möglich ist. Wenn dies der Fall ist, ist eine Physiotherapie sinnvoll, weil erwiesen ist, dass körperliches Training auch in einem fortgeschrittenen Stadium die Lebensqualität deutlich verbessert. Allerdings ist es so, dass es in einem fortgeschrittenen Krebsstadium zu einem nicht mehr aufhaltbaren Muskelschwund kommt, der letztlich die Mobilisierung unmöglich macht. Es mangelt deshalb den Patienten oft nicht am Willen, sondern an den fehlenden Muskeln.