Nachversorgung

Die Tumornachsorge ist ein eminent wichtiger Bestandteil der Behandlungsstrategie. Sie ermöglicht die frühzeitige Erkennung eines neu aufgetretenen Tumors (Rezidiv) und auch von Metastasen (Absiedelungen) in anderen lebenswichtigen Organen wie Leber, Lunge, Bauchfell etc., die, falls im Frühstadium erkannt, wieder einer Heilbehandlung zugeführt werden können. Regelmäßige klinische Untersuchungen, Blutlabortests (Tumormarker), Röntgenuntersuchungen (Computertomographie, herkömmliches Röntgen, Sonographie etc.), sowie Koloskopie sind von Experten dieser Erkrankung in sogenannten Leitlinien empfohlen worden.
Hier wird zu Beginn alle 3 Monate für 5 Jahre eine körperliche Untersuchung mit Krankengeschichte und Bluttest nahe gelegt. Eine Sonographie erfolgt alle 6 Monate. Eine Computertomographie 1 mal jährlich, bei Karzinomen des Enddarmes jedoch alle 6 Monate. Koloskopie-Kontrollen erfolgen nach einem Jahr der Diagnose und alle 3 Jahre bzw. alle 2 Jahre bei Karzinomen des Enddarmes.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch die Erkennung und die Behandlung von Begleit- und Folgeerkrankungen, die durch die primäre Behandlung ausgelöst oder beeinflusst wurden. Dies kann ebenfalls durch die Nachsorge frühzeitig festgestellt werden und ermöglicht dadurch rasches Eingreifen durch medikamentöse oder chirurgische Maßnahmen.

Ganz im Hauptaugenmerk ist es, auch Angst und Unsicherheitsgefühle der Patienten, die an Krebserkrankungen leiden, immer wieder zu zerstreuen und Hilfestellung zu leisten. Der Hinweis auf die aktuelle Freiheit von Rückfallszeichen der Metastasierung ist von elementarer Bedeutung. Der zusätzliche Einsatz von psychologischer Betreuung bei einer potentiell lebensbedrohlichen Erkrankung wie Krebs liegt auf der Hand. Nicht zuletzt ist der Gedanke der Zusammenarbeit für den Patienten tröstlich. Angehörige, Freunde, Selbsthilfegruppen, und natürlich der behandelnde Arzt und speziell ausgebildete Krankenschwestern spielen somit eine große Rolle. (OA Dr. Ferdinand Haslbauer, Klinikum Vöcklabruck)

Info

Sei es der Partner, Freunde, der Arzt, oder andere Patienten.
Weitere Informationen einzuholen und Wissen anzuhäufen hilft, mit der Erkrankung besser umgehen zu können.

Anspannung ist eine Begleiterscheinung der Angst. Entspannungstechniken oder – soweit möglich – Sport helfen, den Stress der Lebenssituation besser abzubauen.

Auch wenn dies in dieser besonderen Situation vielleicht unmöglich klingt: Sich auf die Stärken zu besinnen, auf das, was man im Leben immer schon machen wollte, auf Dinge, die besonders wichtig sind, bildet eine entscheidende Stütze.
Gedanken und Erlebnisse – bei Bedarf– mit dem Partner, mit Freund und Freunden zu teilen ist enorm wichtig.
Beziehungen zu Freunden können neu überdacht werden, und – auch wenn dies egoistisch klingt – manchmal muss auch „Ballast abgeworfen“ werden.

Informationen zu Nachtbetreuung oder einer Pflegekraft für zu Hause sind bei Entlassung aus dem Krankenhaus durchaus aktiv zu erfragen.
Organisatorische Unterstützung bietet u.a. auch die Selbsthilfegruppe Darmkrebs, die Österreichische Krebshilfe oder Sozialdienste in den jeweiligen Gemeinden wie z.B. Fonds Soziales Wien.