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Ein Onkologe, eine Psychoonkologin und ein Rechtsanwalt beantworten Ihre Fragen. Ein Service der Selbsthilfegruppe Darmkrebs.
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Chat-Nachlese: Mag. Karin Isak
Am 10. Dezember beantwortete Mag. Karin Isak, psychologische Leiterin der Beratungsstelle der Wiener Krebshilfe, Ihre Fragen zu Möglichkeiten der psychologischen Begleitung von Krebspatienten und deren Angehörigen, Depression, Bewältigung von Angst und Einsamkeit, u.v.m.
Mag. Karin Isak – Kurzportrait
Frau Mag. Karin Isak ist klinische Psychologin, Psychoonkologin und seit 1999 in der Wiener Krebshilfe als psychologische Leiterin tätig. Davor arbeitete sie jahrelang im psychiatrischen Bereich mit den Schwerpunkten Angst- und Depressionsbehandlung.
Die Wiener Krebshilfe ist ein gemeinnütziger Verein und bietet Patientinnen/Angehörigen und Interessierten zu verschiedenen Zeitpunkten im Laufe einer Krebserkrankung eine breite Palette an Hilfestellungen an.
Kontakt: isak@krebshilfe-wien.at
ExpertInnen-Chat
10.12.2008 - Frage von R.G.
Mein Mann ist nach einer Darmkrebsop. wahrscheinlich geheilt und trotzdem will er keinen Geschlechtsverkehr mit mir haben. Was kann ich da tun? Gespräche miteinander haben wir schon geführt - das führt zu nichts!
10.12.2008 - Frage von K.H.
Wie viel kostet eine psychologische Beratung bei der Wiener Krebshilfe? Wie oft muss man kommen? Braucht man eine Überweisung um zu Ihnen in psycholog. Beratung kommen zu dürfen? Von wem soll eine Überweisung sein?
Antwort von Mag. Karin Isak
Alle Beratungsangebote sind kostenlos - sowohl das medizinische Gespräch als auch die sozial-rechtliche Auskunft und die psychologische Begleitung. Es ist keine Überweisung erforderlich. Sie müssen sich nur telefonisch für einen Termin anmelden. Die Wiener Krebshilfe ist ein gemeinnütziger Verein und lebt von Spendengeldern - wir freuen uns sehr über jede Spende.
10.12.2008 - Frage von Irene
Gibt es bei der Krebshilfe Selbsthilfegruppen, die nur eine bestimmte Art von Krebs behandeln oder sind die Gruppen durchmischt?
Antwort von Mag. Karin Isak
Bei der Wiener Krebshilfe gibt es eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit unterschiedlichen Krebserkrankungen. Die Frauen treffen sich 1x/Monat. Eine Psychotherapeutin leitet die Gruppe und die Kosten übernimmt die Krankenkasse, wenn Sie mit einer Überweisung vom Allgemeinmediziner kommen. Alle anderen Selbsthilfegruppen finden außer Haus statt - wir haben jedoch ein ausführliches Verzeichnis von den Gruppen mit allen Adressen und Telefonnummern. Rufen Sie uns an.
10.12.2008 - Frage von Friedrich
Woran kann ich erkennen, dass ich psycholog. Hilfe brauche? Ich bin an einem Rectumkarzinom erkrankt, fühle mich aber ganz wohl. Soll ich trotzdem psycholog. Beratung suchen?
Antwort von Mag. Karin Isak
Nicht jeder Krebspatient muss psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn allerdings der Leidensdruck zu groß wird, ist es sinnvoll, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Es können viele offene Fragen beantwortet werden und es kann viel Sicherheit geben in einer Zeit, wo Unsicherheit an der Tagesordnung ist. Sie können auch gerne bei uns vorbeikommen und an einer der Gruppen, z.B. Malen, Singen, Fit-Gymnastik teilnehmen.
10.12.2008 - Frage von Anton X.
Meine Frau hat Brustkrebs und wird im AKH behandelt. Unsere 2 pubertierenden Buben (15 und 16 Jahre alt) tun, als ob nichts wäre. Sie blocken jedes Gespräch über die Krankheit ab. Die Schulleistungen des Älteren sind schon sehr gesunken. Wie soll ich mich verhalten?
Antwort von Mag. Karin Isak
Jugendliche wehren ihre Angst und Hilflosigkeit sehr häufig mit Rückzug und Verweigerung ab. Ihre beiden Burschen haben sicherlich große Angst um den Gesundheitszustand Ihrer Frau, sind aber nicht in der Lage darüber zu reden. Denn gerade in diesem Alter ist es schwer, über Gefühle zu sprechen. Der Leistungsabfall Ihres Sohnes ist ein Ausdruck auf anderer Ebene. Eine Möglichkeit wäre, zu einem Familiengespräch in die Beratungsstelle zu kommen und sich Hilfe von einer Jugendtherapeutin zu holen, die Sie und/oder die Burschen unterstützt. Es wäre wichtig, den Klassenvorstand Ihrer Kinder in der Schule zu informieren, um so ein besseres Verständnis für die momentane psychische Situation zu bekommen.
10.12.2008 - Frage von Susanna
Meine Schwester hat Brustkrebs. Sie hat 2 Kinder (5 und 9 Jahre alt). Wie kann ich als Tante helfen? Gibt es einen richtigen Zeitpunkt die Kinder einzuweihen, dass ihre Mutter Krebs hat?
Antwort von Mag. Karin Isak
Kinder spüren sehr genau und gut, wenn etwas in der Luft liegt. Sie merken z.B. dass viel heimlich telefoniert wird, dass eine gedrückte Stimmung vorherrscht, sie sehen auch dass sich der an Krebs erkrankte Elternteil verändert, z.B. Haarausfall durch eine Chemotherapie, Operationsnarben und auch Müdigkeit und Erschöpfung werden bald offensichtlich. Daher ist es wichtig, mit Kindern zu reden und sie in die neue Situation einzuweihen, denn sonst wird die Fantasie der Kinder zu groß, und übersteigt oft die Realität. Zwei Kinder- und Jugendtherapeutinnen aus dem Projekt "Mama/Papa hat Krebs" stehen Ihrer Schwester gerne zu einem Beratungsgespräch zur Verfügung. Auch die Kinder können zur kostenlosen Beratung zu uns kommen. Außerdem schicken wir Ihnen gerne die Borschüre "Mama/Papa hat Krebs zu" oder Sie laden Sie unter www.krebshilfe-wien.at herunter.

Antwort von Mag. Karin Isak
Krebs und Sexualität ist ein Doppel-Tabu. Obwohl Sexualität ein so großes Thema in dieser Zeit ist, wird kaum darüber gesprochen. Es dauert normalerweise eine gewisse Zeit bevor ein Patient wieder Kraft und Energie hat, sich für Sexualität zu interessieren, und das kann natürlich für Sie als Partnerin sehr unbefriedigend werden. Da wäre es schon sinnvoll gemeinsam zu einem Paar- oder Sexualtherapeuten zu gehen. Hier können Ängste, Hemmungen und Schwierigkeiten besprochen werden.