Pflege: DGKP Bernhard Glawogger

Bild von Hr. Dipl. Pfleger Bernhard GlawoggerDipl. Pfleger Bernhard Glawogger, Oberpfleger in der Univ. Klinik für Innere Medizin am LKH Universitätsklinikum Graz und Präsident der AHOP - Arbeitsgemeinschaft hämato-onkologischer Pflegepersonen in Österreich - beantwortet häufige Fragen rund um die Themen Nebenwirkungen von Therapien, Körperpflege, Sport, Reisen, u.v.m.

Bernhard Glawogger, MSc – Kurzportrait

Herr DGKP Bernhard Glawogger, MSc  arbeitet als Oberpfleger an der Univ. Klinik für Innere Medizin im LKH Universitätsklinikum Graz. Er ist für die Leitung des  Pflegedienstes der Univ. Klinik für Innere Medizin und der Universitären Palliativmedizinischen Einheit verantwortlich. Seit 12 Jahren ist er Präsident der Arbeitsgemeinschaft hämatologischer onkologischer Pflegepersonen (AHOP). Über 30 Jahre ist er im onkologischen Pflegebereich tätig. Als Referent und Autor von Fachartikeln ist er im In- und Ausland aktiv.

Kontakt: bernhard.glawogger(at)klinikum-graz.at

 

Welche Nebenwirkungen hat eine Chemotherapie?

Die Nebenwirkungen und deren Ausprägung hängen von den verabreichten Medikamenten und der jeweiligen Dosis ab. Mögliche Nebenwirkungen könnten u.a. sein Übelkeit und Erbrechen, Durchfälle und Haarausfall. Ob und über die Wahrscheinlichkeit mit der die Nebenwirkungen bei Ihrer Behandlung auftreten könnten, wird Sie Ihr behandelnder Arzt informieren. Weiters wird er Sie über die vorbeugende Behandlung mit Begleitmedikamenten informieren. Mit den Begleitmedikamenten soll das Auftreten der Nebenwirkungen verhindert bzw. verringert werden.

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Wie lange halten die Nebenwirkungen an?

Übelkeit und Erbrechen treten meist bereits einige Stunden (2-4 Std) nach der Verabreichung der Chemotherapie auf und klingen häufig bis zum nächsten Tag ab. Es kann aber auch zu einer verzögerten Übelkeit kommen, die nach 2-4 Tagen auftritt und mehrere Tage anhalten kann.

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Kann man den Nebenwirkungen vorbeugen?

Vielen Nebenwirkungen kann man durch Medikamente vorbeugen. Besonders Übelkeit und Erbrechen können sehr gut vorgebeugt werden. Das Auftreten der Nebenwirkungen ist sehr individuell. Die vorbeugende Behandlung wird für Sie entsprechend angepasst. Sie sollten zusätzlich zu den festgelegten Medikamenten auch Informationen erhalten, was Sie tun können, wenn diese Medikamente nicht ausreichend die Übelkeit verhindern (Reservemedikamente bzw. wo Sie sich melden können um Hilfe zu erhalten).

Empfehlenswert ist es, wenn Sie sich Notizen (Tagebuch) machen über das Auftreten der Nebenwirkungen und die eingenommenen Medikamente. Damit können Sie bei der nächsten Therapie dem Arzt über die erlebten Nebenwirkungen besser berichten und die Begleitbehandlung kann entsprechend angepasst werden.

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Ernährungstipps?

Große Mahlzeiten sollten vor und nach der Chemotherapie vermieden werden. Besser verträglich sind 5-6 kleinere Mahlzeiten pro Tag. Fasten hat sich nicht bewährt.

Generell gilt: essen Sie worauf Sie Lust haben. Allerdings werden süße, sehr fette, stark gesalzene oder gebratene Speisen von vielen Patienten in dieser Zeit weniger gut vertragen. Es kann auch der Geruch von Speisen in der Zeit nach der Chemotherapie Übelkeit auslösen. Kalte Speisen werden oft besser toleriert als warme Speisen.

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Körperpflegetipps?

Die Körperpflege sollten Sie entsprechend Ihren Bedürfnissen und Ihrer körperlichen Verfassung durchführen. Sollten Sie sich zu schwach fühlen, scheuen Sie sich nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sollten Sie einen künstlichen Darmausgang haben, müssen Sie (ev. auch Angehörige) noch im Krankenhaus individuell eingeschult werden. Das erfolgt durch das Pflegepersonal. In vielen Krankenhäusern gibt es bereits eine „Stomaschwester“. Das ist eine diplomierte Pflegeperson, die eine Zusatzausbildung in der Pflege von Patienten mit künstlichem Darmausgang absolviert hat. Diese kann dann auch bei Fragen und Problemen in der Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt kontaktiert werden. Fragen Sie in Ihrem Krankenhaus nach, ob es eine „Stomaschwester“ gibt.

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Wann darf man wieder Arbeiten?

Diese Frage ist sehr individuell zu betrachten und hängt von vielen Faktoren ab. Sie sollten sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Zu bedenken ist nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch die psychische Situation. Nach einer so schwerwiegenden Erkrankung erfolgt häufig eine Änderung der persönlichen Prioritäten und eine Neuorientierung. Dafür sollte die Zeit des Krankenstandes auch genutzt werden.

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Wann darf man Sport treiben, verreisen?

Körperliche Betätigung hat eine günstige Wirkung auf das Befinden und möglicherweise auch auf den Krankheitsverlauf. Zu bevorzugen sind Aktivitäten, die im Ausdauerbereich liegen wie z.B. Spazieren, Nordic Walking, Wandern, leichtes Laufen. Übernehmen Sie sich aber nicht. Sie sollen sich dabei wohlfühlen und langsam Ihr Leistungsvermögen steigern. Ausgeprägte sportliche Aktivitäten sollten Sie mit dem behandelnden Arzt absprechen. Zu bedenken ist, insbesondere wenn Sie unter einer Therapie gegen den Tumor stehen, dass eine Verletzung die Sie sich beim Sport zuziehen die weitere Behandlung verzögern könnte.

Beim Reisen ist zu beachten wie belastend das Reisen für Sie ist und wie die medizinische Versorgung im Reiseland ist. Wenn Sie im Krankenstand sind, benötigen Sie für einen Ortswechsel die Zustimmung des Chefarztes Ihrer Krankenkasse. Sprechen Sie das Thema mit Ihrem behandelnden Arzt an. Er kann Ihnen sagen, wie er das Risiko von Komplikationen einschätzt und wie Sie sich verhalten sollen.
Zu beachten sind die Klauseln bei Reiseversicherungen, die häufig Leistungen bei Folgen von bestehenden aktuellen Erkrankungen ausschließen.

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Weitere Informationsquellen (Selbsthilfegruppe, Internet) für PatientInnen gibt es noch?




 


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