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Glossareintrag
Antikörper
Substanzen, die das Immunsystem als Abwehrreaktion auf eingedrungene Fremdkörper (= Antigene) bildet und die sich gezielt gegen dieses Antigen richten.
In der Krebstherapie macht man sich die Eigenschaft von Antikörpern, bestimmte Strukturen (z.B.: EGFR) gezielt zu erkennen und zu binden zu Nutzen. Durch Bindung an bestimmte Moleküle auf der Oberfläche von Krebszellen können sie unterschiedliche Vorgänge, die für das Tumorwachstum von Bedeutung sind, blockieren.
Bei Darmkrebs kommen bereits zwei Antikörper zum Einsatz.
Einer dieser Antikörper ist gegen den Rezeptor für den so genannten epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (auch EGFR genannt, aus dem Englischen "epidermal growth factor receptor") gerichtet. Solche EGF-Rezeptoren sind an der Entstehung und dem Fortschreiten vieler häufiger Krebserkrankungen, wie z.B. Darmkrebs, Lungenkrebs oder Tumoren an Kopf und Hals beteiligt. Durch die Bindung des Antikörpers an den EGF-Rezeptor wird zum einen die Weiterleitung des Signals "Erhöhte Zellteilung - Tumorwachstum!" blockiert und Wachstum und Bildung von Absiedelungen des Tumors vermindert. Des Weiteren werden die Abwehrmechanismen des körpereigenen Immunsystems angeregt und können ihrerseits Krebszellen erkennen und zerstören. Der EGFR Antikörper wird sowohl als Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie, je nach Stadium der Erkrankung, eingesetzt.
Der zweite Antikörper verhindert die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor und seiner Umgebung. Dadurch wird die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen gestoppt und so das Wachstum der Krebszellen gehemmt. Dieses Medikament wird zusammen mit einer Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarm- und Enddarmkrebs angewendet.
Nach neusten Erkenntnissen ist es für die Therapiewahl entscheidend, vor Therapiebeginn ein weiteres Tumormerkmal zu bestimmen:
KRAS ist ein kürzlich identifizierter Biomarker, der Auskunft darüber geben kann, ob ein Patient auf eine EGFR-Antikörpertherapie beim metastasierten kolorektalen Karzinom anspricht oder nicht. Dazu muss der Status des KRAS-Gens im Tumor getestet werden, das entweder normal ("Wildtyp") oder unnormal ("mutiert") ist.
Patienten mit KRAS „Wildtyp“ haben eine größere Chance von der
EGFR-Antikörpertherapie zu profitieren.
Tipp: Fragen Sie Ihren Arzt nach Ihrem KRAS-Status!
